Traditionelles Rathaus Kamingespräch im Frühjahr

tkultur versus Multikulti – Die Gesellschaft im Wandel

 Essen. Am kommenden Mittwoch, dem 11. April 2018, findet um 19.00 Uhr im Essener Rathaus, Porscheplatz 1, Raum 2.12, das traditionelle `Politische-Rathaus-Kamingespräch im Frühjahr` des Evangelischen Arbeitskreises der CDU Essen (EAK) und der Ost- und Mitteldeutschen Vereinigung der CDU Essen (OMV) statt. Das diesjährige Thema lautet: „Quo vadis Essen? Oder in welcher Gesellschaft wollen wir im 21. Jahrhundert leben – Deutsche Leitkultur versus Multikulti“. In einem von Frau Andrea Klieve moderierten Streitgespräch widmen sich die beiden Kommunalpolitiker und Sozial- und Integrationsexperten von SPD und CDU, Ratsherr Karlheinz Endruschat und Ratsherr Dirk Kalweit, dem Themenkomplex `Soziale und migrationsspezifische Gesellschaftsveränderungen in Essen`. Unter der Diskussionsvorgabe Zahlen, Fakten, Analysen, Aussichten und politische Reaktionen soll das sensible und politisch höchst emotional diskutierte Thema `Leitkultur versus Multikulti` offen, unverkrampft und kontrovers diskutiert werden. Das Streitgespräch, welches in drei Teilabschnitte strukturiert ist, öffnet sich im letzten Teil der allgemeinen Bürgerdiskussion. Alle interessierten Mitbürgerinnen und Mitbürger, Organisationen, Vereine, Kirchen und Religionsgemeinschaften sind zum öffentlichen Rathaus-Kamingespräch recht herzlich eingeladen. Traditionsgemäß wird während der Veranstaltung Rotwein, Mineralwasser, Vollkornbrot und Käse gereicht. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos.

 

Bunt und vielfältig – wie und auf welcher Grundlage gelingt das Zusammenleben im 21. Jhd.

 

Die Veränderungen gesellschaftlicher Strukturen vollziehen sich mal schneller, mal langsamer. Oftmals bleibt der soziale Wandel vielen Bevölkerungsmitgliedern dabei lange verborgen. Während einige dieser Änderungen lediglich begrenzte Teilbereiche der Gesellschaft betreffen, berühren andere die gesamte Gesellschaft. Der Flüchtlingszustrom in den Jahren 2015 und 2016 gehört sicherlich zu den Letzteren. Die weit über eine Millionen Flüchtlinge, die in diesem kurzen Zeitraum in die Bundesrepublik Deutschland kamen, haben gerade die urbanen Metropolen in der sog. alten Bundesrepublik nachhaltig verändert und in Teilen vor größtmögliche Herausforderungen gestellt. Allein die Stadt Essen ist - was den Zuzug von Menschen in diesem Zeitabschnitt betrifft - mit der Versorgung von annähernd 23.000 neuen Personen konfrontiert. Neben den Aspekten der menschenwürdiger Unterbringung und Versorgung, treten aktuell die Herausforderungen der Integration dieser Menschen in den Vordergrund. Die soziale und bildungsspezifische Infrastruktur war auf diesen quantitativen Zustrom jedoch nur sehr unzureichend vorbereitet. Ob Kitaplätze oder Schulplätze, ob Arbeitsplätze für zum Teil sehr bildungs- und ausbildungsferne Menschen, ob Deutschkurse oder Wohnungen für Großfamilien, die Herausforderungen sind überall mit Händen zu greifen. Neben diesen klassischen Aspekten gesellen sich in Teilen zudem noch kulturelle und religiöse Herausforderungen, die weitere abgewogene Antworten verlangen – sowohl von der Politik, wie von der Gesamtgesellschaft.

 

In der Stadt Essen findet dieser soziale Integrationsprozess von Migranten und Flüchtlingen zudem in einem Umfeld statt, wo der Anteil von Menschen, die soziale Transferleistungen beziehen, bereits heute schon besonders hoch ist. Jedes dritte Essener Kind stammt aus Familien, die von staatlicher Unterstützung abhängig sind. Hinzu kommt, dass die Integration von Teilen der sog. Bestandsmigranten auch heute noch eine besondere Anstrengung der Stadt bedarf. Denn Zuwanderung ist nichts Neues. Deutschland ist ein Zuwanderungsland und das nicht erst seit den vergangenen drei Jahren.

 

Nach 1945 erreichten etwa 14 Millionen Deutsche als Flüchtlinge und Vertriebene den Westen Deutschlands. Sie mussten in einem vom Krieg zerstörten Land in Wohnungen, Arbeit und Brot gebracht werden. Von 1950 bis heute kamen zudem 4,5 Millionen Aus- und Spätaussiedler dazu. Ab 1955 folgten dann im Rahmen von insgesamt neun Anwerbeabkommen 14 Millionen Gastarbeiter. Und auch der Jugoslawienkrieg trieb 300.000 Bürgerkriegsflüchtlinge in unser Land.

 

Wenn auch nicht alle Zugewanderten blieben, festzuhalten bleibt: Zuwanderung veränderte und verändert die Gesellschaft und stellt uns vor Fragen über unser Zusammenleben. Was war, ist und soll der Kitt sein, der diese deutsche Gesellschaft zusammenhält. Ein multi-/oder interkulturelles Miteinander mit der einzigen Gemeinsamkeit einer verbindenden Verfassung, oder ein Zusammenleben auf der Grundlage einer gemeinsamen deutschen Leitkultur, die die historischen, kulturellen, geisteswissenschaftlichen und religiösen Prägungen Deutschlands gleichberechtigt mit zur Grundlage erklärt, sozusagen als Charta des Zusammenlebens. Die Frage, der sich das Streitgespräch widmet wird, könnte sein, was bedeutet diese akademisch abstrakte Gesellschaftsfrage konkret für die Situation einer Kommune wie Essen, in der Vielfältigkeit und Buntheit heute schon bestimmende Elemente sind.

 

Das diesjährige Rathaus-Kamin-/Streitgespräch im Frühjahr versucht den offenen Gesellschaftsdialog über ein Thema, welches in seiner politischen Betrachtung zwar als notwendig angesehen wird, jedoch oftmals sehr unversöhnlich in der gesellschaftspolitischen Auseinandersetzung diskutiert wird.

 

Rathaus-Kamingespräch der CDU – Die klassische `POLITIK-DENKBAR` in Essen

 

Bereits seit 2003 veranstaltet der Evangelische Arbeitskreis der CDU Essen (EAK) in Kooperation mit der Ost- und Mitteldeutschen Vereinigung der CDU Essen (OMV) das `Politische Kamin-/Streitgespräch` im Essener Rathaus unter dem Motto „Demokratie (er)leben - Politische Horizonte öffnen“. Mindestens zweimal im Jahr bieten die CDU Vereinigungen allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern, Organisationen, Institutionen, Vereinen und Kirchen ein Forum für die Beschäftigung mit gesellschaftspolitischen Themen in angenehmer und sachlicher Atmosphäre an. Die Politik-DENKBAR `Politisches Rathaus Kamin-/Streitgespräch` möchte mit ihrer breiten Themenvielfalt ergebnisoffen diskutieren, zur Nachdenklichkeit anregen und frei von Aktionismus und der Hektik des politischen Alltags die Möglichkeit bieten, nachzudenken, querzudenken und Zukunftsvisionen zu entwickeln.

 

Nach oben